Hipster, Terrorist

Mein Projekt

Nichts ahnend, aber wohl wissend war Konstantin heute Morgen mit seinem Rad dritter Klasse zum Berliner Alexanderplatz gefahren, hatte sich für 3,60 Euro einen veganen Bagel gekauft und um 11.23 Uhr einundfünfzig Menschen, darunter zwei Babys, mit in den Tod gerissen.

Nun war er im Himmel oder in der Hölle, das ist Auslegungssache. Wenn man es genau nimmt, und Konstantin hatte gern Sachen genau genommen, war er, wie ihn seine Freunde gekannt haben, fort. Seine sterblichen Überreste klebten nun samt des Bagels, der jetzt keinesfall mehr vegan war, auf dem Asphalt. Da gab es keinen Helden, keinen Versager, keinen Menschen. Konstantin hatte sich entschieden, kein Mensch mehr sein zu wollen. Die Gründe dafür suchte man in seiner Kindheit. Man berichtete, dass er mit 7 Jahren mal eine Katze lasziv angesehen habe. Freunde, Bekannte und weniger Bekannte erinnerten an Konstantins mürrischen Blick, wenn ihm jemand neckisch ins Gesicht geschlagen hatte. Er war immer erfolgreich gewesen. Dabei hatte sich sein Erfolg an der Wertigkeit gemessen. Seine Drehbücher, er hatte Drehbücher geschrieben, wurden niemals verfilmt, aber sie sind gut gewesen, geradezu genial. Konstantin hatte gemeint, dass Menschen dem allgemeinen Irrtum unterlägen, Erfolg müsse sichtbar sein. Die bloße Existenz von Genialität sei kein Erfolg, wenn man es nicht mit Zahlen, Ziffern und Nummern, schließlich Knete bemessen könne. Warum, hatte er sich weiter gefragt, sollte man solch eine Intimität teilen wollen. Konstantin hatte seine Genialität nicht teilen wollen, er hatte nie etwas teilen wollen. Und wenn jemand etwas mit ihm hatte teilen wollen, hatte er stets dankend abgelehnt, um nicht die Intimität anderer zu betreten. Es wäre ihm falsch vorgekommen.

All das blieb der trauernden Öffentlichkeit verborgen. Denn als Konstantins Körper zerfetzt wurde, dieser Moment, änderte alles. Nicht nur, dass ein Organismus von Viren befallen wurde und ein Teil zerstört, auch, dass Konstantin fortan kein Mensch mehr war. Das meint man nicht, weil er nicht mehr lebte, sondern weil er sein Menschsein verspielt hatte. Er war nun Terrorist.

Noch einige Sekunden bevor er seine Bombensohlen durch absichtliches Stolpern entzündet hatte, war einer nun jenseitigen Frau Konstantins fein zu recht gestutzter Bart positiv aufgefallen und sie hatte gerade lächeln wollen. Konstantin hätte zurück gelächelt, wenn er noch unter den Lebenden weilen würde. Er hatte Frauen gemocht, vor allem Frauen, die ihm zulächelten. Das hatte er immer nett gefunden und Nettigkeiten sind es wert, das man nett mit ihnen umgeht, hätte Konstantin gedacht. Wenn er noch Mensch und nicht Terrorist gewesen wäre.

Verpasst

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Meine Generation hat so viel Angst zu verpassen, den Augenblick zu verleben, an Orten zu verkleben. Dinge scheinen nur existent, wenn sie dokumentiert und geteilt werden. Reaktion wird zum Indikator für Schönheit. Denn ist sie still, so ist sie nicht relevant und versinkt in all den lauten Schönheiten.

Ich hatte mal einen sehr farbenreichen, verworrenen Traum. Dort war ich an einem Ort, der so aussah wie ich mir Australien vorstellen würde, wenn ich eine Vorstellung von Australien hätte. Während eines Sonnenuntergangs stand ich am Strand und betrachtete die Skyline einer sich am Horizont abzeichnenden, australischen Stadt. Die Farben des Sonnenuntergangs waren nicht wie gewohnt in warme Rottöne gefasst, sondern die Mitte des Himmels war durch eine vertikale, fließende Linie geteilt. Eine Seite zeigte die düstere Nacht und auf der anderen Seite war sonniger Tag. Ich betrachtete diesen wundersamen Moment nicht, wie man solche betrachten sollte, nicht voller Hingabe den Augenblick aufsaugend. Denn ich schaute durch einen Bildschirm auf die Wirklichkeit und eine Spiegelung der Wirklichkeit ist nicht wirklich. Wie wild fotografierte ich das Szenario und sprang wie ein Zirkusäffchen am Strand entlang, um den perfekten Augenblick einzufangen. Als die Dunkelheit ihren Mantel über die Welt gelegt hatte, wollte ich voller Freude meine zahlreichen Bilder betrachten.

Aber dann musste ich siedend heiß feststellen, dass sich keine einzige Aufnahme von dem Sonnenuntergang im Speicher befand, lediglich Selfies, von mir, den Sonnenuntergang fotografierend.

Chocolats pralinés

Des Öfteren verspüre ich einen unstillbaren Appetit auf Schokolade, da Schokolade schön und sehr schmackhaft ist. In den meisten Sorten sind allerdings Unmengen Zucker und andere Absonderlichkeiten enthalten. Bevor man also ein Studium der Trophologie absolviert, kann man sich einfach selbst von hinten unter die Arme greifen und eine Chocolaterie in der heimischen Küche eröffnen. Ich habe heute mal chocolats pralinés mit Haselnuss ausprobiert und war sehr begeistert, wie schnell man selbst einen Schokoladenmantel (ich hätte auch so gern einen) herstellen kann.

Und das braucht ihr:

80g Kakaobutter

180g gemahlene Haselnüsse

60g Kakao

gemahlene Vanille

Agavendicksaft (oder vergleichbare Süßungsmittel)

Salz

Und so geht’s:

Zunächst werden 100 Gramm der Haselnüsse mit 50 Gramm Kakao, etwas Vanille, ein wenig Agavendicksaft und einer Prise Salz zu einer klebrigen Masse vermischt und zu kleinen Kugeln geformt. Die müssen dann für etwa 20 Minuten in den Tiefkühlschrank. Währenddessen wird die Kakaobutter in einem kleinen Topf erhitzt bis sie flüssig ist und mit den restlichen Haselnüssen, 10 Gramm Kakao, etwas Vanille, Agavendicksaft und Salz vermengt. Die flüssige Schokolade nun auch für etwa 10 Minuten im Tiefkühlschrank ruhen lassen. Nach dem Abkühlen werden die Kugeln durch die etwas sämiger gewordene Schokolade gerollt und auf einem Gitter getrocknet. Zum Garnieren kann man etwas Kokosraspeln auf den Pralinen verstreuen. Fertig!

 

 

Die Freiheit der Illusion


Freisein, Illusionieren, Schweben

Wie eine Seifenblase, die immer wieder sagt, dass sie gehen muss.

Aber sie sinkt nicht ab, sondern steigt empor.

Schaut zurück und hinauf mit dem seifigen Leuchten ihrer Augen.

Das Platzen ist nicht das traurige Ende einer inhaltslosen Seifenblase,

es ist Seife, die so frei war zu schweben,

entgegen dem Klopfen der Wirklichkeit.

Und das ist so wunderschön, weil man nie weiß, wann man abhebt.

Aber man weiß, dass man wieder landen wird, um irgendwann wieder

zu schweben.

Ein veganer Tassenkuchen

Ein Tassenkuchen.

Und das braucht ihr:

1/4 T Mehl

2 EL Kakao

1/4 EL Backpulver

2-3 EL Zucker

1/8 TL Salz

1 EL Pflanzendrink

2 EL Öl

Und so geht’s:

…einfach alles zusammen mischen und eine Tasse 1/3 mit dem Teig befüllen. Das ganze genau 1,5 Minuten in die Mikrowelle stellen und loslöffeln!

 

Eine Wanne voll Selbstmitleid

Die Uhr hat die Zeitumstellung verpasst, wir sind nun im eine Stunde früher.
„Tick, Tack, Tack, Tick“.
Die Wand, ja, sie scheint eine Bühne geworden zu sein. Sie wechselt Farbe und Helligkeit:

Ich: Es darf niemandem mehr gut gehen, mir geht es so schlecht. Der Kreis dreht und dreht sich. Mir wird schwindelig.
Er: Oh, wie erbärmlich!
Ich: Wann wird man mich von diesem schrecklichen Schicksal befreien.
Es war doch nicht meine Schuld.
Er: Du widerst mich an, geh nach Haus und friss es in Dich hinein!
Ich: Warum erlöst mich niemand, denkt denn jeder nur an sich selbst?

Die Badewanne voll Selbstmitleid sprudelt fast über, nur das kleine Loch an der Seite weiß das zu verhindern. Mit gierigem Schlucken saugt es die Erlösung in sich hinein.

Ich: Bitte, hört mich denn niemand. Man hat mir kaltes Wasser eingegossen!
Er: Aber du hörst dich doch!

In einem unbeobachteten Moment, zieht jemand den Stöpsel.

Er: Sieh, kleiner Vogel. Nun bist Du von all deinem Leid befreit. Flieg los und finde dein Glück.

Ich: Wer will mir das zumuten, niemand meint es gut mit mir.

Die Augen des Wasserhahns sind weit aufgerissen und aus den Tiefen seines Brustkorbes sprudelt es heraus: Kikeriki. Wasser Marsch! Kikeriki.

Ich: Es darf niemandem mehr gut gehen, mir geht es so schlecht. Der Kreis dreht und dreht sich. Mir wird schwindelig.

Weihnachtliche Haferkekse.

Ich war heute albern.

So albern, dass ich kichern musste, als ich aus dem Bahnfenster schaute und mir in einem Schaufenster eine Winkekatze zuwinkte. Die ältere Dame gegenüber schaute mich allerdings so griesgrämig an, dass ich das Lachen schnell wieder sein ließ. Aber damit hatte ich beschlossen, dass heute ein alberner Tag sein würde.

Als ich nach einer sehr langen Bahnfahrt nach Hause kam, schaute mich die Esstischdekoration herausfordernd an. Ihr Name ist Spinne, sie ist eine Spinne aus Gummi und sie wurde von Toys“R“Us adoptiert. Nun verhielt es sich so, dass Spinne und ich beschlossen, einander besser kennenzulernen. (Das war durch den stressigen Alltag Spinnes bisher immer zu kurz gekommen.) So machten wir uns eine Flasche Wein auf und erzählten Anekdoten aus unserem Leben.

Nun zu den Haferkeksen.

Und das braucht ihr:

125g Haferflocken

50 – 100g Zucker/Agavendicksaft

50g feines Dinkelmehl

50g Sultanien

4 EL Pflanzenöl

ggf. Sojamilch

1 TL Backpulver

1 TL Zimt

1 EL Rum

Und so geht’s:

Alle Zutaten zu einem klebrigen Teig verarbeiten und kleine Kekschen daraus formen. Diese auf einem Backblech verteilen und bei 180 °C im Backofen 20-30 Minuten aufgehen lassen.

Dann ein wenig abkühlen lassen

und rumkrümmeln!

 

 

 

 

Von Feigheit.

Dort ist eine hübsche Reling, die sich hoher Beliebtheit erfreut.
Nur die Mutigsten an Bord steigen auf das wacklige Holz und balancieren zu seinem Ende, hin und wieder springt auch einer.
Dann geht ein lautes Raunen der Bewunderung durch die Seemannsbärte.
Das Schiff selbst ist einfach gehalten. Es gibt schöne, aber auch nicht so schöne Ecken und Kanten.
Ich bevorzuge es drinnen am Fester zu stehen und die mutigen Männer zu beobachten.
Die Kajüte hinter mir ist hübsch anzusehen. Das Teegedeck steht wie gewohnt bereit und die Kissen der hölzernen Stühle sind bereits weich geschlagen.
Ich habe eine Kaffeefahrt gebucht und die Männer draußen, nun ja, ich weiß es nicht. Es kann zumindest nicht zu den selben Konditionen wie meine Buchung sein.
Einmal stand ich vor der Reling. Kein Bart weit und breit schenkte dem Beachtung. Sie hielten mich für ein Landei. Ein Ei aus Federhaltung. In Watte gebrütet.
Ich zögere, denke an den Seegang und verschiebe es dann auf morgen.

Veganes Mango-Kokos-Parfait.


Mango und Kokos. Was für eine hübsche Kombination.

Daher präsentiere ich heute: Mango-Kokos-Parfait.

Und das braucht ihr:

125g feste Kokosmilch

1 große Mango

1 Bio-Zitrone

200ml Sojasahne

1 Pck. Sahnesteif (die vegane Variante gibt es im Bioladen)

100g Zucker/Agavendicksaft

70g Kokosraspeln

Und so geht’s:

Lasst die Kokosmilch bei schwacher Hitze im Kochtopf schmelzen und dann abkühlen. Die Mango wird geschält und in kleine Würfel geschnitten. Nun wascht ihr die Zitrone warm ab, reibt ein wenig Schale und 2 EL Saft in einen hohen Behälter. Dazu gebt ihr die Mango und den Zucker bzw. Agavendicksaft und püriert das ganze zu einem Brei. Dann kann die Kokosmilch dazu gegeben werden. Bitte kalt stellen!

Die Sahne sollt ihr nun ein wenig schaumig schlagen, dann kurz pausieren und zu Sahnesteif greifen. Dann schlagt die Sahne endgültig schaumig. Endlich können Mangobrei und Sahne gemischt werden.

Eine quadratische Form legt ihr mit Alufolie aus und gebt die Masse hinein.

Das ganze muss nun mindestens 4h in den Gefrierschrank.

Das war’s! Nun kann genommt werden.

 

304 Abonommenten!!!

Ich komme aus dem Staunen nicht heraus!

Vor etwa 10 Monaten begann ich mit einem Handyvideo in meinem Kinderzimmer. Das Licht war gelblich, die Wände auch und ich fühlte mich wie bei einem Referat. So oder so ähnlich sah es dann auch aus. Wie ein angefahrenes Reh, angestrahlt von meiner grellen Schreibtischlampe, stellte ich mich und meinen Massenvernichtungsplan vor. Doch es kam ganz anders.

Die ursprüngliche Vision, ich könnte als positives Beispiel die fleischfressenden Untermenschen dazu bewegen, endlich vegan zu speisen, scheiterte kläglich. Das lag mitunter an der Tatsache, dass mein Vorhaben etwas utopisch war. Dessen ungeachtet hatte ich mich auch entwickelt.

Durch Einblicke in die sogenannte vegane Szene verstand ich, dass Hassparolen sicher nicht der Weg zum Weltfrieden sind. Diese Radikalität war mir äußerst unsympathisch und ich musste mir bald eingestehen, dass auch ich einer von ihnen war.

Mit der Zeit verwarf ich die Weltherrschaft. Ich entwickelte ein entspanntes Verhältnis zu Tierprodukten und eben solchen, die sie konsumieren.

Nur noch meine Seite in der Abizeitung erinnert an Zeiten, in denen ich noch mit Farbkugeln um mich warf.

Ich fürchte allerdings, dass mir die Radikalität angeboren ist. Denn schon kurz darauf, entwickelte ich eine regelrechte Sportsucht und ließ keine Gelegenheit aus, um darüber auf meinem Kanal, der damals noch „Wurstkuchen“ hieß, zu berichten. Dann kam mein Umzug.

Raus aus der familiären Zuckerwatte, wo alles noch süß und rosa erscheint, stand ich nackt und frierend in einer Wüste aus Eis. Doch der Mensch ist nicht dumm und ich hoffe, dass auch ich es nicht bin. So kaufte ich mir einen dicken Mantel und ließ mir zusätzlich noch ein dickes Hasenfell wachsen. (Nun habe ich mich in Metaphern verfangen.)

Ich hatte schon immer einen Hang zur Ästhetik, aber grundlos fand ich dafür keine Anwendung. Ich denke, dass die Ahnungslosigkeit in der Nutzung von Kamera-, Licht- bzw. Schnitttechnik ein grundlegendes Problem war.

Also, ich habe irgendwann beschlossen, nur noch schöne Dinge zu machen. Dinge, die mich erfüllen/beglücken/fröhlich machen. Und meine neusten Videos spiegeln genau das wieder. Dafür wurde ich innerhalb von 2 Wochen mit über 50 neuen Abonommenten belohnt.

Dafür sage ich Danke!