#stopbodycrying

Das war ja klar! Dicke, sehr nette Hausfrauen rufen auf Twitter #stopbodyshaming ins Leben, um ihre Dicklichkeit zu rechtfertigen. Und dann nutzen die dünnen, wirklich nicht sehr netten Drahtmädchen das auch noch schamlos aus und präsentieren ihre Astralkörper unter diesem Hashtag. Zwischen Schwabbelbäuchen, Hängehintern und sexy Unterwäschefotos frage ich mich, ob mein Apfelstrudel bald fertig ist.

Dieser menschliche Körper scheint ein sehr diskutables Thema zu sein. Denn ich lese immer öfter wie meiner auszusehen hat und kann dann einschätzen, ob ich eine „real woman“ bin. Manchmal soll er schlank aber sportlich sein, manch eine/r findet hingegen, dass nur richtige Kurven akzeptabel sind. Bei Männern darf es hin und wieder muskulös, aber nicht zu sehr sein. Wie sieht es da eigentlich mit Kurven aus? Diese rege Diskussion über den schönsten Körper wird durch Bildmaterial auf diversen Plattformen unterstrichen. Es bilden sich regelrechte Parteien, die andere Formen ablehnen und ihr eigenes Ideal propagieren. Selbstredend findet sich hier auch eine liberale Mitte, die sich nicht festlegen will und an die Schönheit jedes Körpers appelliert. Aber das ist schlichtweg gelogen. Es ist nicht jeder Körper schön. Denn diese Bewegung der Körperfokussierung resultiert eben erst aus der Unzufriedenheit so vieler Menschen mit ihrem Körper, der Diskussion darüber und der Definition der Öffentlichkeit von Schönheit. Dazu kann es keinen Konsens geben, so herrscht große Verwirrung und man verfällt in Verschwörungstheorien zum perfekten Körper.

Doch unsere Körper haben darauf gar keine Lust und würden vielleicht lieber an ihrem Vitaminmangel oder ihrer Fettschürze arbeiten, anstatt sich ständig fotografieren zu lassen. Möglicherweise wollen sie auch einfach nur ihren Alltag bestreiten, denn Körper haben wichtige Aufgaben, die erledigt werden müssen und möchten daher nicht ständig im Mittelpunkt stehen. Hin und wieder braucht der Körper ein wenig Zuwendung sowie jemanden, der ihm zuhört. Dann ist das auch alles nicht so kompliziert und schwierig, wie es den Anschein hat. Wenn man so darüber nachdenkt, sehen Körper allgemein sehr seltsam aus und darüber könnte man auch einmal herzlich lachen.

Daher fotografiere ich heute mal nicht meinen Bauch, sondern die Fliege in meinem Apfelstrudel.